Remote Work
Cornelia Tocha

Cornelia Tocha

Cornelia arbeitet als Experience Designerin und Kommunikationsexpertin.

„Vielleicht komme ich nächste Woche mal in’s Büro!“

Ein Plädoyer für Remote Work und 5 Tipps, wie es sich langfristig gut von zuhause aus arbeitet!


Derzeit wird viel darüber spekuliert, ob und inwiefern das Arbeiten außerhalb des Büros das “New Normal” wird. Große Konzerne wie etwa Siemens oder die Allianz wollen mobiles Arbeiten mit verteilten Teams bei den Jobprofilen, die dies zulassen, zum neuen Standard machen, und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil denkt darüber nach, per Gesetz ein Recht auf Arbeit von zu Hause zu schaffen. Auch wir finden es praktisch, nicht pendeln zu müssen und stattdessen auch tagsüber schon mal eine Waschmaschine anstellen zu können. Doch was spricht sonst noch dafür? Wir haben unsere Top-Argumente für “Remote First” und gegen die Anwesenheitspflicht im Büro zusammengetragen:


Kultur wird großgeschrieben!

Unternehmen, die mit verteilten Teams langfristig erfolgreich sein wollen, kommen nicht mehr darum herum, sich wirklich und intensiv mit den eigenen Werten und der angestrebten (Führungs-)Kultur auseinanderzusetzen. Remote Work scheitert und wirkt damit entlarvend, wenn Kulturfragen nur oberflächlich für Image- und Employer-Branding-Zwecke die Website schmücken, im tagtäglichen Zusammenarbeiten aber wenig Platz finden. Eine wohldurchdachte und empathische Führungskultur wird jetzt zum Wettbewerbsvorteil, bei der Vertrauen und Ergebnisorientierung an die Stelle von Micromanagement und peniblem Zeitabsitzen treten.


Klimaschutz wird vorangetrieben!

Wer in den letzten Monaten mal in den Himmel geblickt hat, dem ist aufgefallen: Die weißen Striche sind verschwunden. Geschäftsreisen finden coronabedingt momentan nicht statt, und dadurch haben viele von uns gemerkt: Mit ein wenig Übung und einigen Hacks funktioniert digital ziemlich gut. Remote Work ist die beste Lösung gegen Staus zur Rush Hour, überfüllte Bahnen und viel zu viele Inlandsflüge. Und das ist gut für’s Klima – und auch für unser Wohlbefinden, denn die durch wegfallende Pendelei gesparte Energie und Zeit können wir in Schöneres reinvestieren.


Vereinbarkeit wird leichter, Einkommensunterschiede kleiner!

Dass Remote Work nicht alle Betreuungsengpässe und Vereinbarkeitsherausforderungen löst, haben viele Familien in den letzten Monaten schmerzlich erfahren, als sie durch geschlossene Schulen, Kitas und Büros Arbeit und Kind(er) irgendwie unter einen Hut – und ein Dach! – bringen mussten. Trotzdem kann die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit flexiblen, mobilen Arbeitsmöglichkeiten für Eltern deutlich erleichtert werden. Und in der Konsequenz kann das auch endlich einer ungleichen Bezahlung von Frauen und Männern entgegen wirken. Diese beruht nämlich zu einem großen Teil auf der Tatsache, dass Frauen immer noch deutlich öfter in Teilzeit und weniger lang in ihren Berufen arbeiten. Als Hauptgrund hierfür geben sie laut Statistischem Bundesamt die Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen (31%) und andere familiäre oder persönliche Verpflichtungen (18%) an. Wenn nun Vollzeitstellen und selbst Führungspositionen ortsunabhängig und im Bestfall auch zu dem persönlichen Rhythmus angepassten Zeiten erledigt werden können, sind sie auch besser mit Schwangerschaft und Betreuungsaufgaben zu vereinbaren.


Unternehmen werden resilienter!

Arbeitgeber, die auf mobiles Arbeiten setzen, sind besser gewappnet für alle Unvorhersehbarkeiten, die die Zukunft bringt – es sei denn, es handelt sich um einen kompletten Wegfall von Technologie und Internet. Sie sichern sich ihre Flexibilität und Handlungsfähigkeit, und damit im Krisenfall auch die Arbeitsplätze ihrer MitarbeiterInnen. Außerdem könnten teure Büromieten wegfallen. Einige Studien belegen darüber hinaus, dass die Produktivität ansteigt und krankheitsbedingte Fehlzeiten zurückgehen ( – wobei natürlich auch im Homeoffice unbedingt gilt: Wer krank ist, ist krank!).


Die Arbeitswelt wird inklusiver!

Die “normale” Arbeitswelt, in der wir, oft in großen Städten, von morgens bis abends vor Ort in Büros zusammenarbeiten müssen, stellt viele Menschen vor tagtägliche Schwierigkeiten oder schließt sie sogar ganz aus. Sei es, weil sie mobil eingeschränkt sind und der Arbeitsweg oder auch das Büro nicht barrierefrei sind, oder weil etwa introvertierte Persönlichkeitstypen in lauten Großraumbüros durch ständige Reizüberflutung und Ablenkung nicht richtig arbeiten können, oder auch einfach, weil sie fern der Stadt leben und sehr weit pendeln müssen. Mit der Abschaffung der Anwesenheitspflicht im Büro können wir die Arbeitswelt inklusiver und diverser gestalten, indem Arbeitsumgebungen an individuelle Bedürfnisse und Situationen angepasst werden können. Dies steigert Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit und schöpft endlich das Potenzial aller aus. Und davon profitieren wir alle!

Und wie arbeitet es sich langfristig im Homeoffice?

Bei all diesen Verheißungen von Remote Work ist eins nicht zu unterschätzen: Flexibles Arbeiten in verteilten Teams will geübt sein. Ansonsten leiden die psychische Gesundheit und vielleicht auch der Haussegen. Darauf solltet ihr achten:

 

1. Wir fangen mit einer der größten Herausforderungen an: Zieht eine klare Grenze zwischen Arbeitszeit und Privatleben. Gerade diejenigen, die dazu neigen, viele Überstunden zu machen, schwer nein sagen zu können und spät abends gerne nochmal die beruflichen Mails zu checken, sollten ihre Arbeitszeit im Voraus klar festlegen, und auch an KollegInnen weiter kommunizieren. (Nicht-)Verfügbarkeiten können beispielsweise in einem gemeinsamen Teamkalender festgehalten und überprüft werden. So wissen alle immer, wer wann ansprechbar ist – und wann eben auch nicht.

 

2. Die Umstellung hin zur digitalen Zusammenarbeit ist keine bloße Übersetzung der analogen Prozesse in digitale Formen. Im Englischen wird hier deshalb auch zwischen den Verben “digitize” und “digitalize” unterschieden. Wir brauchen letzteres, und dies schließt mit ein, dass wir Prozesse und Strukturen hinterfragen und an die zukünftige, digitale Arbeitswelt anpassen. Zu diesen gehören die jeweiligen Regeln für Kommunikation und Zusammenarbeit, die jedes Teammitglied verstanden, verinnerlicht und im Bestfall natürlich auch für sinnvoll befunden haben sollte.

 

3. Sorgt mit Teamroutinen dafür, dass aus der räumlichen keine soziale Isolation wird. Check-Ins, Feedback-Gespräche, Retrospektiven und informelle Austauschrunden machen die digitale Zusammenarbeit menschlich und nahbar, beugen Missverständnisse und Frustrationen vor, und steigern Empathie, Gemeinschaftsgefühl, gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung. Und sie machen Spaß! Das klappt am besten, wenn man als Team auf’s Ganze geht und sich bewusst für eine komplett digitale und damit gleichberechtigte Form des Zusammenarbeitens entscheidet: Alles wird immer digital dokumentiert, und bei Meetings wählt sich jedes Teammitglied einzeln in die Videokonferenz ein, selbst wenn man sich auch einmal mit einigen KollegInnen im selben Raum befindet. Denn hybride Modelle mit physischen Meetings, bei denen einzelne remote arbeitende KollegInnen per Laptop “dazugesetzt” werden, sorgen unseren Erfahrungen nach häufig für Ungleichgewicht und Frust.

 

4. Bei der digitalen Zusammenarbeit ist es noch wichtiger als sowieso schon, dass Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar verteilt sind und Arbeitsfortschritte für andere sichtbar gemacht werden. Nur wenn Transparenz und Orientierung gegeben sind, können wir fokussiert und selbstwirksam arbeiten.

 

5. So überzeugt wir auch davon sein mögen: Nicht alles lässt sich immer digital übermitteln, und manchmal sind wir einfach nur “overzoomed” und bildschirmmüde. Echte, physische Treffen mit allen und gemeinsame Erlebnisse können Abhilfe schaffen und die kollektiven Batterien aufladen. Trefft eure KollegInnen also wenn möglich mindestens alle paar Monate auch mal im echten Leben, für Kreativworkshops, besondere Einzelgespräche und Team-Events.

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