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Cornelia Tocha

Cornelia Tocha

Cornelia arbeitet als Experience Designerin und Kommunikationsexpertin.

So entwickelst Du die ideale Dramaturgie für digitale Trainingsformate

Ein digitales Training will gut strukturiert und detailgetreu geplant sein. Im Gegensatz zum physischen Workshopraum, haben wir online weniger Möglichkeiten, um spontan auf Dynamiken in der Gruppe zu reagieren oder gewisse Aspekte und Themen anders als vorgesehen zu behandeln. Eine wohldurchdachte Dramaturgie ist deshalb das A und O für Trainings im digitalen Raum.

Bevor wir unsere Best Practises teilen und Phase 1-6 eines idealtypischen Remote Trainings vorstellen, sei auf das hingewiesen, was dem ganz essenziell vorangeht: Die Phase 0 – die Vorbereitung.

In dieser klären sich folgende Fragen: Mit welchen Software-Tools wird gearbeitet? Wie ist hierbei das technische Vorwissen der TeilnehmerInnen? Wie können sich diejenigen mit wenig Vorwissen das nötige Know-How aneignen – biete ich im Vorfeld eine gesonderte Schulung an, oder schicke ich Erklärvideos oder ein Handbuch? Welche Ziele knüpfe ich an das Training, und wie kann ich diese anschließend abfragen? Wie ist der inhaltliche Wissensstand der Gruppe und mit welchen Erwartungen haben sich die TeilnehmerInnen angemeldet?


Wenn diese Fragen geklärt sind, kann die ganz konkrete Vorbereitung des Ablaufs beginnen. Folgende sechs Phasen bilden unseren Erfahrungen aus rund 60 remote abgehaltenen Trainings und Workshops nach das ideale Gerüst für Trainingsformate im digitalen Raum.

Dramaturgie digitale Trainings

1. INTRO – So setzt Du den idealen Startschuss
Der Anfang setzt den jeweiligen Rahmen des Trainings und holt alle hinter ihren Bildschirmen sitzenden TeilnehmerInnen in ihren individuellen Situationen ab: Funktioniert alles mit der Technik? Wer ist alles in der Gruppe? Und was wird im Training eigentlich genau passieren?

Folgende Punkte solltest Du beachten:
>> Solltest du es nicht in einem separaten Technik-Onboarding bereits geklärt haben: Biete 15 Minuten vor Beginn des Trainings einen Technik-Check an, in dem die TeilnehmerInnen Ton und Kamera testen. Dies stellt sicher, dass Fragen zu Tools und Technik vorab geklärt werden und eventuelle technische Probleme nicht zu Zeitnot führen.

>> Wenn es die Gruppengröße zulässt, begrüße jede(n) mit Namen und bitte die Personen, die dies noch nicht getan haben, ihre Kamera einzuschalten.


>> Stell Dich vor und übergib das Wort anschließend an die TeilnehmerInnen – es ist wichtig, dass möglichst jede Person zu Anfang des Trainings einmal spricht. Kurze Vorstellungsrunden lassen sich gut mit persönlichen Check-Ins und Warmups verbinden.

>> Nach diesem ersten Kennenlernen und gemeinsamen Warmwerden, sollte ein Überblick über die Agenda gegeben werden. Du kannst dafür zum Beispiel Deinen Bildschirm teilen und die Agenda anschließend auch noch einmal in den Chat posten – so registrieren alle TeilnehmerInnen auch gleich die Chatfunktion.

»Ziel dieser Phase ist es, weiterhin eine Atmosphäre zu befördern, in der Menschen sich der Gruppe und den Themen öffnen und miteinander interagieren.«

2. RAUM ERSCHAFFEN – So kreierst du eine Basis für Interaktion
Ziel dieser Phase ist es, weiterhin eine Atmosphäre zu befördern, in der Menschen sich der Gruppe und den Themen öffnen und miteinander interagieren. Dies ist so wichtig, da wir gerade im digitalen Raum schnell dazu verleitet sind, uns in einer anonymen und passiven Zuschauerrolle zu verstecken, von der wir im Endeffekt aber sehr wenig mitnehmen können.

Dies hilft bei der Erschaffung eines angenehmen Interaktionsraums 
>> Stelle die Kommunikationsregeln vor oder erarbeite sie sogar – wenn es dein Setup erlaubt – gemeinsam mit der Gruppe: Was ist uns wichtig und wie wollen wir miteinander kommunizieren? Welche Codes haben wir? Hier macht es in der Regel Sinn, dass alle ihr Mikrofon stumm schalten, wenn sie nicht sprechen, und sich beispielsweise über ein “+” im Chat oder die Handhebefunktion zu Wort melden. Auch das richtige Setup kann hier besprochen werden, zum Beispiel dass niemand mit der Videokamera gegen ein Fenster sitzen sollte, da man die Person ansonsten nur schematisch sehen kann.

>> Frage als nächstes die Erwartungshaltungen ab: Mit welchen Gedanken und Motivationen kommen die TeilnehmerInnen hier an? Das kann man gut mit einer ersten niedrigschwelligen Übung zur Interaktion verbinden – über den Chat, ein digitales Whiteboard oder einfach mündlich.


3. RAUM KENNENLERNEN – So gelingen die ersten inhaltlichen Schritte
 

In dieser Phase soll nun auch speziell die inhaltliche Zusammenarbeit ins Rollen gebracht werden. Außerdem geht es darum, verbleibende Hürden und Ängste abzubauen und die Verwendung der jeweiligen Tools vertrauter und intuitiver werden zu lassen.

>>
Beginne mit kurzen und nach wie vor eher einfachen inhaltlichen Übungen, mit denen sich die TeilnehmerInnen weiter ausprobieren und austauschen können. Erste Erfolgserlebnisse geben Selbstvertrauen und machen Lust auf mehr.

>> Sei präzise in Deinen Ansagen und erkläre bei Toolverwendung noch etwas genauer als später, was bei einer Übung zu tun ist.


4. EINTAUCHEN – So besteigt ihr gemeinsam den Gipfel
 
In dieser Phase befinden wir uns auf dem dramaturgischen Peak und tauchen gleichzeitig durch intensiveres Arbeiten voll und ganz in die Thematik ein.

>> Dies ist der Zeitpunkt für längere, vertiefende Übungen und Aufgaben mit Praxisbezug.

>> Sorge für Abwechslung und kombiniere Gruppenarbeit und individuelle Arbeit. Eine bewährte Formel für alle Phasen des Trainings lautet: Input – Übung – Reflexion. Dieses Vorgehen kann auch in anderer Reihenfolge stattfinden.


5. REFLEKTIEREN – So wird zuvor Erarbeitetes eingeordnet 
Jetzt bewegen wir uns langsam dem Ende zu und schauen zurück auf die vorangehende intensive Arbeitsphase.

>> Überlege dir im Voraus, wie die erarbeiteten Ergebnisse am eindrücklichsten für alle präsentiert werden können.

>> Eine anschließende Diskussion kann je nach Gruppengröße auch in Untergruppen erfolgen, wobei die wichtigsten Reflexionspunkte danach wieder in der großen Gruppe geteilt werden.

>> Dies ist zudem die Phase für Erfahrungsaustausch und Q&A-Runden.


6. OUTRO – So setzt du einen gelungenen Schlusspunkt

Bevor die Gruppe auseinander geht, sollte das Training zusammengefasst und gemeinsam reflektiert werden. Was noch gesagt oder geteilt werden möchte, findet hier Platz.

>> Fasse für die TeilnehmerInnen zusammen, was alles im Laufe des Trainings passiert ist. Dieser Blick zurück fühlt sich meist belohnend an, da er ihnen verdeutlicht, was sie in der Zeit alles gelernt und erarbeitet haben.

>> Bitte um Feedback, beispielsweise nach dem Schema “ I like, I wish, I wonder”.

>> Gib hier auch einen Ausblick, was als nächstes erfolgen könnte und wie das Erarbeitete in der Zukunft Verwendung finden kann.

>> Goodbye! Lass die Videokonferenz noch eine Weile offen, damit alle, die wollen, die Möglichkeit zu weiterem Reflektieren, privatem Austauschen und Vernetzen haben.

 

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